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Mobbing – wenn Ausgrenzung und Abwertung Spuren hinterlassen

  • Sandra Schnur
  • 13. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Mobbing beginnt oft nicht mit einem großen Knall
Mobbing beginnt oft nicht mit einem großen Knall
Mobbing beginnt oft nicht mit einem großen Knall. Manchmal sind es abwertende Blicke, spitze Bemerkungen, Ausgrenzung, Gerüchte oder kleine Demütigungen, die sich wiederholen. Für Außenstehende wirkt es vielleicht harmlos. Für Betroffene fühlt es sich irgendwann an, als müsse man ständig wachsam sein.

Viele Menschen, die Mobbing erleben, fragen sich lange, ob sie übertreiben. Sie versuchen, stark zu bleiben, nichts zu zeigen oder „einfach durchzuhalten“. Doch wenn Abwertung, Ausgrenzung oder Bloßstellung immer wieder passieren, hinterlässt das Spuren. Mobbing kann den Selbstwert erschüttern, Angst auslösen, zu Rückzug führen und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung schwächen.

Vielleicht kennen Sie Gedanken wie: „Mit mir stimmt etwas nicht.“ „Ich darf nicht auffallen.“ „Ich muss mich zusammenreißen.“ „Wenn ich nur anders wäre, würde es aufhören.“

Solche Gedanken entstehen nicht, weil Sie schwach sind. Sie können eine Folge davon sein, wenn man über längere Zeit abgewertet oder ausgeschlossen wird. Die innere Belastung zeigt sich oft durch Grübeln, Schlafprobleme, Anspannung, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Angst oder körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen.

Auch Eltern merken manchmal, dass mit ihrem Kind „etwas nicht stimmt“, ohne sofort zu wissen, was dahintersteht. Ein Kind oder Jugendlicher sagt nicht immer offen: „Ich werde gemobbt.“ Häufig zeigen sich Veränderungen eher indirekt: Rückzug, Gereiztheit, Traurigkeit, Schulunlust, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder plötzlicher Leistungsabfall. Manche Kinder wirken stiller, andere aggressiver. Beides kann ein Hinweis auf innere Überforderung sein.

Wichtig ist: Mobbing ist nicht einfach ein normaler Streit. Bei einem Streit gibt es meist eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe.

Mobbing bedeutet wiederholte Abwertung, Ausgrenzung oder Demütigung — oft mit einem Machtungleichgewicht. Und nein, „da muss man eben durch“ ist keine Lösung, sondern eher die pädagogische Version von „stell dich nicht so an“. Also ungefähr so hilfreich wie ein Regenschirm aus Küchenpapier.

Psychotherapeutische Unterstützung kann helfen, das Erlebte einzuordnen und die eigenen Reaktionen besser zu verstehen. Es geht darum, Schuld- und Schamgefühle zu reduzieren, den Selbstwert zu stärken und wieder mehr innere Stabilität zu entwickeln. Auch neue Handlungsmöglichkeiten, Grenzen und Ressourcen können gemeinsam erarbeitet werden.

Bei Kindern und Jugendlichen kann ein geschützter Raum helfen, Gefühle auszusprechen, sich wieder sicherer zu fühlen und gemeinsam mit den Eltern nächste Schritte zu überlegen. Denn Mobbing sollte nicht allein getragen werden — weder von Kindern noch von Erwachsenen.

Wenn Sie selbst betroffen sind oder bei Ihrem Kind Veränderungen bemerken, kann ein erstes Gespräch helfen, die Situation besser zu verstehen und mögliche Wege zu finden.

In meiner Praxis unterstütze ich Menschen dabei, belastende Erfahrungen einzuordnen, innere Stabilität aufzubauen und wieder Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

Termine sind nach Vereinbarung möglich. Aktuell sind auch kurzfristige Termine möglich.

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