
Wenn man an sich selbst immer etwas auszusetzen hat

Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Sie geben sich Mühe, übernehmen Verantwortung und sind für andere da. Trotzdem bleibt innerlich der Eindruck, nicht gut genug zu sein.
Komplimente können Sie kaum annehmen. Fehler beschäftigen Sie lange. Entscheidungen werden immer wieder hinterfragt. Während Sie bei anderen vieles verstehen und verzeihen können, gehen Sie mit sich selbst deutlich härter ins Gericht. Vielleicht vergleichen Sie sich häufig, zweifeln an Ihren Fähigkeiten oder haben Angst davor, negativ aufzufallen. Sie sagen Ja, obwohl Sie Nein meinen. Sie passen sich an, erklären sich zu oft oder stellen Ihre eigenen Bedürfnisse zurück – aus Sorge, andere zu enttäuschen, abgelehnt zu werden oder nicht zu genügen. Nach außen wirkt das manchmal wie Unsicherheit. Innerlich kann es sich anfühlen, als wäre immer eine kritische Stimme dabei, die jeden Schritt bewertet.
Selbstzweifel können viele Gesichter haben
Selbstwertprobleme zeigen sich nicht bei jedem Menschen gleich. Manche ziehen sich zurück und vermeiden Situationen, in denen sie bewertet werden könnten. Andere versuchen, durch Leistung, Perfektion oder ständige Hilfsbereitschaft Anerkennung zu bekommen. Vielleicht erkennen Sie sich in einigen dieser Gedanken wieder:
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„Die anderen können das besser.“
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„Bestimmt habe ich etwas falsch gemacht.“
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„Was denken die anderen über mich?“
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„Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“
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„Ich bin nicht interessant, attraktiv oder wichtig genug.“
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„Wenn ich Nein sage, werde ich abgelehnt.“
Solche Gedanken können so vertraut werden, dass sie irgendwann wie Tatsachen wirken. Doch nur weil ein Gedanke häufig auftaucht, ist er noch lange kein Beweis. Der innere Kritiker führt schließlich selten eine besonders faire Beweisaufnahme.
Wenn der eigene Wert von Leistung und Anerkennung abhängt
Wer den eigenen Wert vor allem daran misst, was er leistet oder wie andere reagieren, gerät leicht unter Druck. Anerkennung tut dann zwar kurzzeitig gut, gibt aber keine dauerhafte Sicherheit. Schon ein Fehler, eine kritische Bemerkung oder ein zurückhaltender Blick können genügen, um erneut an sich zu zweifeln. Auch in Beziehungen kann sich das bemerkbar machen. Die Angst vor Ablehnung führt möglicherweise dazu, eigene Grenzen nicht deutlich zu zeigen, Konflikte zu vermeiden oder zu lange in Situationen zu bleiben, die nicht guttun. So können Selbstzweifel und [wiederkehrende Beziehungsmuster] eng miteinander verbunden sein.
Woher kommen Selbstwertprobleme?
Ein unsicheres Selbstbild entsteht meist nicht von heute auf morgen. Prägend können Erfahrungen sein, in denen Anerkennung an Leistung geknüpft war, Fehler stark kritisiert wurden oder die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wenig Raum bekamen. Auch Ausgrenzung, Mobbing, belastende Beziehungen, Trennungen oder wiederholte Abwertungen können Spuren hinterlassen. Manchmal gibt es jedoch nicht das eine Erlebnis. Vielmehr entwickeln sich im Laufe der Zeit Überzeugungen wie:
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„Ich muss mich anpassen, damit ich gemocht werde.“
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„Ich darf keine Schwäche zeigen.“
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„Andere sind wichtiger als ich.“
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„Ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas leiste.“
Diese Überzeugungen wurden irgendwann gelernt. Deshalb dürfen sie auch überprüft und verändert werden.
Wie ich Sie unterstützen kann
In der Therapie geht es nicht darum, sich einzureden, man sei plötzlich großartig und müsse sich nur oft genug vor dem Spiegel Komplimente machen. Veränderung darf etwas glaubwürdiger sein.
Gemeinsam können wir herausfinden, welche Erfahrungen Ihr heutiges Selbstbild geprägt haben und wodurch die Selbstzweifel immer wieder verstärkt werden. Sie lernen, abwertende Gedanken früher wahrzunehmen, kritisch zu überprüfen und eine realistischere, freundlichere Sicht auf sich selbst zu entwickeln.
Dabei kann es unter anderem darum gehen,
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die eigene kritische innere Stimme besser zu verstehen,
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überhöhte Ansprüche an sich selbst zu erkennen,
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Fehler zuzulassen, ohne sich als Mensch infrage zu stellen,
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eigene Bedürfnisse und Grenzen ernster zu nehmen,
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Entscheidungen nicht ständig von der Zustimmung anderer abhängig zu machen,
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sich selbst mit mehr Respekt und Mitgefühl zu begegnen.
Je nach Ihrem persönlichen Anliegen verbinde ich Elemente der [kognitiven Verhaltenstherapie], der [systemischen Therapie], der [Ego-State-Therapie] und der [Hypnosetherapie]. Dabei schauen wir nicht nur darauf, was heute schwierig ist, sondern auch darauf, welche alten Schutzmechanismen oder erlernten Überzeugungen dahinterstehen können.
Selbstwert bedeutet nicht, immer selbstsicher zu sein
Ein stabilerer Selbstwert bedeutet nicht, nie wieder zu zweifeln, jede Herausforderung souverän zu meistern oder sich ständig großartig zu finden. Es bedeutet vielmehr, den eigenen Wert nicht bei jedem Fehler, jeder Kritik oder jeder Zurückweisung grundsätzlich infrage zu stellen. Sie dürfen unsicher sein und trotzdem für sich einstehen. Sie dürfen Grenzen setzen, ohne sich schuldig zu fühlen. Und Sie dürfen Ihren eigenen Weg gehen, auch wenn nicht jeder ihn versteht.
Sie müssen nicht erst selbstbewusst sein, um etwas zu verändern
Wenn Selbstzweifel Ihr Leben, Ihre Entscheidungen oder Ihre Beziehungen immer stärker bestimmen, müssen Sie nicht allein dagegen ankämpfen. Gerne können Sie ein kostenloses telefonisches Kennenlerngespräch vereinbaren. In etwa 10 bis 15 Minuten klären wir, worum es Ihnen geht und ob eine therapeutische Begleitung in meiner Praxis für Sie passend sein könnte.
