Sommerferien gut genutzt: Fortbildung in hypnosystemischer Therapie und Beratung abgeschlossen
- sandraschnur
- vor 1 Tag
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Sommerferien bedeuten für viele Menschen vor allem Erholung, Abstand vom Alltag und neue Energie. Das gehört selbstverständlich dazu. Einen Teil meiner freien Zeit habe ich in diesem Sommer aber auch genutzt, um mich fachlich weiterzubilden und meine therapeutische Arbeit weiterzuentwickeln.
Am 6. August 2026 habe ich die psychotherapeutische Online-Fortbildung „Hypnosystemische Therapie & Beratung“ unter der Leitung von Dr. med. Gunther Schmidt erfolgreich abgeschlossen. Die Fortbildung umfasste 32 Stunden mit insgesamt 75 Lektionen und wurde mit 42 Fortbildungspunkten akkreditiert. Dazu gehörten drei aufeinander aufbauende Module:
Grundlagen und hypnosystemischer Blick
therapeutisches Handwerk
Anwendung in der Praxis
In allen drei Modulen habe ich die jeweilige Lernerfolgskontrolle bestanden. Darüber freue ich mich sehr - nicht nur wegen der drei Teilnahmebescheinigungen, sondern vor allem wegen der vielen wertvollen Impulse, die ich für meine Arbeit mitnehmen konnte.
Was bedeutet hypnosystemische Therapie?
Der hypnosystemische Ansatz wurde maßgeblich von Gunther Schmidt entwickelt. Er verbindet systemische Sichtweisen mit der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson sowie mit körper- und aufmerksamkeitsorientierten Elementen. Im Mittelpunkt steht eine wertschätzende Frage: Welche Fähigkeiten und Ressourcen sind bei einem Menschen bereits vorhanden, auch wenn sie in einer belastenden Situation gerade nicht zugänglich erscheinen? Psychische Beschwerden werden dabei nicht vorschnell als persönliches Versagen oder bloßer Defekt betrachtet. Vielmehr wird untersucht, unter welchen Bedingungen ein belastendes Erlebensmuster entsteht, welche Bedürfnisse darin zum Ausdruck kommen und wie wieder ein besserer Zugang zu hilfreichen Fähigkeiten möglich werden kann. Das bedeutet ausdrücklich nicht, Beschwerden schönzureden. Angst, Erschöpfung, depressive Verstimmungen oder innere Konflikte können sehr belastend sein. Der hypnosystemische Blick ergänzt jedoch die Frage „Was stimmt mit mir nicht?“ um hilfreichere Fragen wie: „Was geschieht gerade in mir?“, „Wofür könnte diese Reaktion einmal wichtig gewesen sein?“ und „Was brauche ich, um wieder handlungsfähiger zu werden?“
Menschen besitzen häufig mehr Kompetenzen, als sie gerade erleben
Eine zentrale Annahme des Ansatzes lautet, dass Menschen bereits über viele hilfreiche Erfahrungen und Kompetenzen verfügen. Unter Stress, Angst oder anhaltender Überforderung kann der Zugang dazu jedoch wie blockiert erscheinen.
In der therapeutischen Arbeit geht es deshalb darum, die Aufmerksamkeit nicht ausschließlich auf das Problem zu richten. Ebenso wichtig sind Ausnahmen, frühere Bewältigungserfahrungen, persönliche Stärken, unterstützende Beziehungen und gewünschte Zukunftsbilder. Dabei können Gespräche ebenso eingesetzt werden wie innere Bilder, Metaphern, Körperwahrnehmung, Veränderungen der Körperhaltung oder hypnotherapeutische Elemente. Welche Methode hilfreich ist, wird nicht über den Kopf der Klientin oder des Klienten hinweg entschieden. Jede Intervention ist ein Angebot und wird transparent sowie individuell abgestimmt.
Was nehme ich aus der Fortbildung für meine Praxis mit?
Besonders wertvoll war für mich die konsequent wertschätzende Haltung gegenüber den Menschen und ihren bisherigen Lösungsversuchen. Auch Verhaltensweisen, die heute Schwierigkeiten bereiten, sind häufig nicht grundlos entstanden. Sie können einmal eine wichtige Schutzfunktion erfüllt oder dabei geholfen haben, mit einer belastenden Situation umzugehen.
Für meine therapeutische Arbeit nehme ich insbesondere folgende Gedanken mit:
Symptome und innere Reaktionen können als wichtige Rückmeldungen verstanden werden.
Belastendes Erleben entsteht häufig aus dem Zusammenspiel von Gedanken, Gefühlen, Körperreaktionen, inneren Bildern und Beziehungserfahrungen.
Veränderung wird wahrscheinlicher, wenn vorhandene Ressourcen wieder erlebbar werden.
Klientinnen und Klienten bleiben die wichtigsten Expertinnen und Experten für ihr eigenes Erleben.
Ziel ist nicht die Abhängigkeit von therapeutischer Unterstützung, sondern mehr Selbstwirksamkeit und Wahlfreiheit im Alltag.
Diese Perspektiven ergänzen meine bisherige Arbeit mit systemischen Ansätzen, Hypnosetherapie, kognitiver Verhaltenstherapie und der Arbeit mit inneren Anteilen.
Was bedeutet das für meine Klientinnen und Klienten?
Für meine Klientinnen und Klienten bedeutet diese Weiterbildung vor allem ein noch breiteres und differenzierteres therapeutisches Handwerkszeug. Je nach Anliegen können wir nicht nur über belastende Gedanken und Situationen sprechen, sondern auch körperliche Signale, innere Bilder, Beziehungsmuster und bereits vorhandene Fähigkeiten einbeziehen. Die konkrete Vorgehensweise richtet sich immer nach dem persönlichen Anliegen, den individuellen Grenzen und dem gemeinsam vereinbarten Ziel. Es gibt keine Methode, die zu jedem Menschen und jedem Problem gleichermaßen passt. Gute therapeutische Arbeit braucht deshalb nicht nur Fachwissen, sondern auch Transparenz, Rückmeldung und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Fortbildung ist für mich ein fortlaufender Prozess
Eine Bescheinigung markiert den Abschluss einer Fortbildung - fachliche Entwicklung ist damit natürlich nicht beendet. Neue Erkenntnisse müssen reflektiert, in die eigene Arbeitsweise integriert und verantwortungsvoll angewendet werden.
Genau das verstehe ich unter guter Weiterbildung: nicht möglichst viele Zertifikate zu sammeln, sondern die eigene Haltung und das therapeutische Handeln immer wieder zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Meine Sommerferien waren daher eine gute Mischung aus Erholung, Lernen und neuen Ideen. Nun freue ich mich darauf, die gewonnenen Impulse behutsam und individuell in meine Arbeit einfließen zu lassen.
Wenn Sie wissen möchten, ob eine therapeutische Begleitung für Ihr Anliegen passend sein könnte, finden Sie weitere Informationen zur Einzeltherapie oder können über meine Kontaktseite ein kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren.




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