Zwischen Sorge und Hilflosigkeit: Wenn Jugendliche sich zurückziehen
- Sandra Schnur
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Sie möchten Ihrem Kind helfen – doch es lässt Sie nicht mehr an sich heran. Dieses Gefühl von Hilflosigkeit kann sehr belastend sein und viele Fragen aufwerfen.
Viele Eltern spüren es früh: Mit meinem Kind stimmt etwas nicht. Es zieht sich zurück, reagiert gereizt oder wirkt plötzlich ganz anders – und gleichzeitig blockt es Gespräche ab.
Eltern fühlen sich oft hilflos, weil sie helfen möchten, ihr Kind diese Hilfe aber nicht annimmt. Zurück bleiben Sorge, Unsicherheit und das Gefühl, keinen Zugang mehr zu finden.
Gerade in der Jugendzeit ist das keine Seltenheit. Gefühle sind intensiver, Unsicherheiten nehmen zu und vieles kann schnell überwältigend wirken. Was nach außen vielleicht wie „nur eine Phase“ aussieht, ist für Jugendliche oft sehr real und belastend. Gleichzeitig fehlen häufig die Worte, um das auszudrücken.
Genau hier setze ich an. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie biete ich Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie sich öffnen können – in ihrem Tempo, ohne Druck. Oft fällt es leichter, mit einer neutralen Person zu sprechen, als mit den eigenen Eltern, obwohl das Vertrauen grundsätzlich da ist.
In meiner Arbeit nutze ich unter anderem Elemente der Verhaltenstherapie, wie die ABC-Analyse nach Albert Ellis. Jugendliche lernen dabei, ihre Gedanken, Gefühle und Reaktionen besser zu verstehen und einzuordnen. Ergänzend hilft die Schematherapie, festgefahrene Muster zu erkennen, die sich im Alltag und im Miteinander zeigen. So entsteht Schritt für Schritt mehr Klarheit – bei den Jugendlichen selbst und oft auch in der Familie.
Wenn gewünscht, beziehe ich Eltern behutsam mit ein. Denn viele Konflikte entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Missverständnissen und Überforderung auf beiden Seiten. Vielleicht erkennen Sie Ihr Kind in diesen Zeilen wieder. Dann kann es sinnvoll sein, frühzeitig Unterstützung zu holen – bevor sich alles weiter zuspitzt. Es geht nicht darum, dass Ihr Kind „funktioniert“, sondern dass es sich wieder stabiler, sicherer und verstanden fühlt.

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